Wilde Allianzen
Gemeinwohlorientierte Projekte entstehen nicht im Alleingang. Ihr braucht Unterstützung, Resonanz und oft unerwartete Mitstreiter:innen. Stakeholder Management hilft euch dabei, Menschen und Institutionen strategisch zu identifizieren, zu verstehen und einzubinden, die euer Vorhaben beeinflussen können.
Wir zeigen euch praktische Tools wie Stakeholder-Mapping und Power-Interest-Grids. Anhand konkreter Beispiele lernt ihr verschiedene Kooperationsformen kennen. Ein Praxisimpuls der Stiftung trias veranschaulicht, wie wilde Allianzen in der Realität funktionieren und Projekte voranbringen.
Nach dem Workshop könnt ihr eure Stakeholder besser systematisch analysieren, passende Strategien ableiten und langfristige Partnerschaften aufbauen. Ihr erkennt Potentiale für ungewöhnliche Allianzen und vermeidet typische Stolperfallen im Stakeholder Management.
Auf einen Blick
Unterschied zwischen Zielgruppen und Stakeholdern verstehen
Stakeholder-Mapping: Interessen, Einfluss und Nähe analysieren
Kooperationsformen: von lockerer Zusammenarbeit bis Partnerschaft
Wilde Allianzen: sektorübergreifende Bündnisse erkennen und nutzen
Praxisimpuls: Stiftung trias als Brückenbauerin zwischen Akteuren
Stolperfallen vermeiden: Rollen, Kommunikation, Erwartungen klären
Tools und Leitfragen für die eigene Stakeholder-Arbeit
Tipps zum Finden und Binden relevanter Stakeholder
Luciana Maia
Luciana Maia ist Urbanistin, Umweltschützerin und Beraterin mit Fokus auf nachhaltige Stadtentwicklung. Als Brückenbauerin verbindet sie globale Agenden mit lokaler Umsetzung und bringt Theorie in die Praxis. Ihre Schwerpunkte liegen im Dialog- und Netzwerkmanagement sowie im Kapazitätsaufbau städtischer Akteure für Nachhaltigkeit und Stadtplanung.
Jörn Luft
Jörn Luft ist Vorstand der Stiftung trias. Die Stiftung erwirbt Grundstücke, entzieht sie der Spekulation und führt sie mittels Erbbaurecht einer sozialen und ökologischen Nutzung zu. Als Brückenbauer vernetzt Jörn Luft Initiativen mit Kommunen, Finanzpartnern und Zivilgesellschaft. Seine Kernthemen sind Boden, Ökologie und gemeinschaftliches Wohnen.
Arbeitsmaterialien
Learnings
Zielgruppen sind nicht gleich Stakeholder
Zielgruppen adressiert ihr gezielt mit euren Angeboten – Stakeholder hingegen sind alle, die euer Projekt beeinflussen oder davon betroffen sind. Dazu gehören auch entfernte Akteure wie Kommunalpolitiker:innen, Nachbarschaften oder Fürsprecher:innen. Wer Stakeholder klar benennt, versteht besser, wo Unterstützung nötig ist.
Stakeholder-Mapping schafft Überblick und Priorität
Wer ist wichtig für unser Projekt? Welche Haltung haben diese Personen oder Institutionen? Welche Einflussmöglichkeiten besitzen sie? Erst durch diese Visualisierung entsteht ein strategischer Blick. Denn nicht alle Stakeholder sind gleich bedeutsam: Mit wem trete ich aktiv in Austausch? Wen informiere ich? Wo können neue Partnerschaften entstehen?
Wilde Allianzen öffnen neue Wege
Erfolgreiche Projekte entstehen oft durch überraschende Partnerschaften über Sektorgrenzen hinweg. Wohninitiativen, Kommunen, Stiftungen, Banken und zivilgesellschaftliche Gruppen finden zusammen. Solche wilden Allianzen erweitern den Handlungsspielraum, bringen neue Kompetenzen ein und helfen, Hindernisse zu überwinden.
Partnerschaften brauchen Pflege
Beziehungen zu Stakeholdern sind langfristige Prozesse, keine einmaligen Kontakte. Vertrauen entsteht durch Transparenz, verlässliche Kommunikation und konstruktive Gespräche auch in schwierigen Momenten. Haltung ist dabei entscheidender als Strukturen: Respekt und Bereitschaft, unterschiedliche Logiken anzuerkennen.
Haltung ist entscheidend.
Partnerschaften funktionieren nicht nur über Strukturen, sondern auch über die Haltung der Beteiligten. Offenheit, Respekt und die Bereitschaft, unterschiedliche Logiken anzuerkennen – z. B. die politischen Zwänge einer Kommune oder die Renditeinteressen eines Geldgebers – sind der Schlüssel, um gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
Stolperfallen sind normal – entscheidend ist der Umgang.
Nicht jede Allianz hält, nicht jedes Stakeholdergespräch führt zum Erfolg. Machtgefälle, Missverständnisse oder unklare Erwartungen können Projekte blockieren. Diese Stolperfallen sind Teil des Prozesses. Entscheidend ist, sie zu reflektieren, daraus zu lernen und die eigene Strategie immer wieder anzupassen.
Weiterführendes Wissen
Literaturempfehlungen
Freeman, R. E.: Strategic Management: A Stakeholder Approach – Grundlagen & Praxislogik.
Austin, J. E. & Seitanidi, M. M.: Collaborative Value Creation – Typen von Kooperationen & Wertschöpfung.
Arnstein, S. R.: A Ladder of Citizen Participation – Tiefe der Beteiligung strategisch einordnen.
Skala Campus Training - Collective Impact: Kooperationen planen und gemeinsam wirken
Collective Leadership Institute / Tools: Dialogic Change Model / Collective Leadership Compass