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Bildet Banden!

Ihr steht vor der Herausforderung, euer Wohnprojekt nachhaltig zu finanzieren und organisatorisch abzusichern? Viele Ein-Haus-Projekte stoßen in ihrer Gründungsphase an Grenzen bei Gruppenaufbau, Projektplanung, Verwaltungsaufwand und politischer Durchschlagskraft. Lokale Dachgesellschaften für selbstorganisierte Hausprojekte bieten eine Lösung für diese Kapazitätsprobleme.

Wir zeigen euch anhand zweier konkreter Praxisbeispiele (SauRiassl Syndikat und SoWo Leipzig) wie Dachstrukturen funktionieren. Durch Impulsvorträge, Erfahrungsaustausch und interaktive Diskussion erhaltet ihr einen umfassenden Überblick über zwei konkrete Organisationsmodelle, deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten.

Nach dem Workshop könnt ihr fundiert entscheiden, ob die Suche nach einer Dachgesellschaft oder gar deren Neugründung für euer Projekt sinnvoll ist. Ihr kennt verschiedene Rechtsformen, versteht die praktischen Vorteile und wisst, welche nächsten Schritte für eine Kontaktaufnahme oder gar Neugründung nötig sind.

Auf einen Blick

  • Grundformen der Organisationsmodelle: Einhaus-, Dach- und Sekundärgesellschaften

  • Praxisbeispiel SauRiassl Syndikat: Erstes regionales Mini-Syndikat aus Oberbayern

  • Erfolgsgeschichte SoWo Leipzig: Freundliche Übernahmen und Selbstverwaltung

  • Ökonomische Vorteile: Kosteneinsparungen, bessere Kreditkonditionen, Synergien

  • Organisatorische Entlastung: Professionelle Unterstützung, Erfahrungsaustausch

  • Politische Durchschlagskraft: Gemeinsame Lobbyarbeit und Öffentlichkeitsarbeit

  • Rechtsformen im Vergleich: Genossenschaft vs. regionales Mietshäuser Syndikat

  • Nächste Schritte: Vernetzung, Konzeptentwicklung, Gründungsvorbereitung

Marcel Seehuber

Marcel Seehuber ist Filmemacher, Kommunalpolitiker und Vorstandsmitglied des SauRiassl Syndikats. 2009 initiierte er den Altöttinger Mieter Konvent als zweites Mietshäuser Syndikatsprojekt in Bayern. Seit 2011 berät er Hausprojekte im In- und Ausland und engagiert sich in internationalen AGs. 2018 gründete er mit mehreren Mitstreiter*innen das SauRiassl Syndikat, deutschlands erste regionale Dachgesellschaft nach dem Modell des Mietshäuser Syndikats.

Tobias Bernet

Tobias Bernet befasst sich seit vielen Jahren wissenschaftlich und praktisch mit Stadtentwicklung und Wohnungspolitik. Er ist im Vorstand des wohnbund e.V. und gehörte 2017 zu den Mitgründern der SoWo Leipzig eG. Als Projektentwickler berät er Leipziger Hausprojekte zu Organisations- und Finanzfragen und ist Experte für genossenschaftliches Wohnen mit zahlreichen Publikationen zu diesem Thema.

Learnings

Skaleneffekte nutzen
Lokale Dachgesellschaften ermöglichen es euch, durch geteilte Verwaltungskosten, gemeinsame Rechtsberatung und bessere Kreditkonditionen erheblich zu sparen. Professionelle Buchhaltung und standardisierte Prozesse entlasten einzelne Hausprojekte von zeitaufwändigen Verwaltungsaufgaben und schaffen Raum für das eigentliche Zusammenleben.

Politische Schlagkraft entwickeln
Gemeinsam seid ihr stärker: Dachstrukturen verschaffen euch mehr Verhandlungsmacht gegenüber Kommunen und privaten Verkäufern. Koordinierte Öffentlichkeitsarbeit und Lobbyarbeit ermöglichen es, wohnungspolitische Alternativen sichtbar zu machen und auch kleinere Häuser oder gar einzelne Eigentumswohnungen erfolgreich vom Markt zu holen.

Rechtsform strategisch wählen
Die Entscheidung zwischen Dachgenossenschaft und regionalem Syndikat hängt von euren Prioritäten ab: Genossenschaften bieten etablierte Strukturen und KfW-Zugang, regionale Syndikate mehr Flexibilität und niedrigere Gründungskosten. Beide Modelle schützen effektiv vor Wiederverkauf und Spekulation.