Best Practice Kultur
Ihr gründet Kulturinitiativen und fragt euch, wie gemeinwohlorientierte Kulturarbeit aussehen kann? Drei inspirierende Projekte zeigen, wie Soziokultur und Kreativwirtschaft Hand in Hand gehen: der queerfeministische Buchladen glitch aus München, die Other Music Academy aus Weimar und das Kulturkollektiv Goetheschule in Lauscha.
Der Workshop kombiniert drei Impulse aus der Praxis mit anschließender Diskussion. Jedes Projekt stellt seinen Weg vor – von der Gründung über Herausforderungen bis zu Zukunftsvisionen. Fragen aus dem Publikum über konkrete Umsetzungsstrategien beantworten die Referent*innen im direkten Austausch.
Ihr lernt bewährte Ansätze für nachhaltige Kulturarbeit kennen und entwickelt Ideen für eure eigenen Projekte. Zentral ist dabei: Wie verbindet ihr soziale Wirkung mit wirtschaftlichem Denken? Wie schafft ihr tragfähige Strukturen für gemeinwohlorientierte Kultur?
Auf einen Blick
Kollektive Organisation und soziokratische Entscheidungsstrukturen
Hybride Finanzierungsmodelle zwischen Förderung und Eigenerwirtschaftung
Rechtliche Strukturen für Kulturinitiativen (Verein, GbR, gGmbH)
Ehrenamtsmanagement und Teambuilding in Kulturprojekten
Räume als Möglichkeitsräume für kulturelle Teilhabe gestalten
Solidarische Wirtschaftsformen als Alternative zu Marktlogik
Netzwerkaufbau und Kooperationen mit etablierten Kultureinrichtungen
Langfristige Organisationsentwicklung für Kulturkollektive
Johanna Hopp
Johanna Hopp ist Mitgründerin des glitch Buchladens in München – einem queerfeministischen Kollektiv, das einen historischen Frauenbuchladen neu belebt hat. Sie arbeitet bei Myzelium, einer Unternehmensbegleitung für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften, und moderiert als Freiberuflerin Gruppenprozesse. Bei glitch beschäftigt sie sich mit Selbstorganisation und der Gestaltung mutiger, offener Räume.
Dr. Alan Bern
Dr. Alan Bern ist Mitbegründer und künstlerischer Leiter der Other Music Academy (O.M.A.) in Weimar. Der US-amerikanische Musiker und kulturelle Aktivist leitet seit Jahrzehnten Projekte, die Diversität, Selbstermächtigung und soziale Verbundenheit durch Kunst erfahrbar machen. Die O.M.A. versteht er als "Empowerment Center" – eine neuartige Institution für kulturelle Bildung.
Manuela Römer
Manuela Römer ist Vorstandsmitglied des Kulturkollektivs Goetheschule Lauscha e.V. – ein soziokulturelles Zentrum in einem einst leerstehenden Schulgebäude im Thüringer Wald. Als Journalistin und Trainerin arbeitet sie in der Medienentwicklungskooperation. Seit 2014 baut sie ehrenamtlich das Kulturkollektiv auf, das kreative Räume und barrierefreie Kulturangebote in der Kleinstadt Lauscha ermöglicht.
Learnings
Kulturorte schaffen gesellschaftliche Möglichkeitsräume
Alle drei Projekte zeigen: Kulturelle Räume sind keine "Luxusfragen", sondern notwendig für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie ermöglichen kulturelle Teilhabe, Austausch und Ermächtigung. Ob queerfeministischer Buchladen, interkulturelle Musikakademie oder kreativ bespieltes Schulgebäude – diese Orte schaffen Begegnung.
Neue Allianzen zwischen Soziokultur und Kreativwirtschaft entstehen
Die vorgestellten Initiativen kombinieren kulturelle, politische und unternehmerische Ansätze. Sie zeigen, dass sich soziale Wirkung und wirtschaftliches Denken nicht ausschließen müssen – wenn sie durch gemeinsame Werte verbunden sind. Hybride Modelle eröffnen neue Handlungsspielräume für die Macher:innen.
Tragfähige Strukturen machen Kultur nachhaltig
Gemeinwohlorientierte Kultur braucht mehr als Kreativität: solidarische Finanzierung, passende Rechtsformen und gute Teamprozesse. Besonders hybride Modelle wie Verein plus GbR schaffen Stabilität. Selbstorganisation bedeutet Verantwortung, nicht Chaos.
Weiterführendes Wissen
Gute Beispiel
glitch Buchladen München Beispiel für gelebte Diversität, kollektive Organisation und kulturelle Sichtbarkeit queerer Perspektiven.
Other Music Academy (OMA), Weimar - Modellprojekt für kulturelle Bildung, transkulturelle Praxis und künstlerisch-soziales Empowerment.
Kulturkollektiv Goetheschule Lauscha - Vorbild für kreative Umnutzung, ländliche Kulturentwicklung und barrierearme Teilhabe.
Literaturempfehlungen
"Transformationsgestaltung im Kulturbereich" (Fonds Soziokultur)
"Hybride Kulturorte" (HKW Berlin)
"Arbeit an der Utopie – Soziokultur als demokratischer Möglichkeitsraum" (Soziokultur Magazin)